Suche Frieden und jage ihm nach – Jahreslosung 2019

Die Jahreslosung will Bewegung!
Intensiv, aufmerksam,
mit kühlem Kopf und wachsamem Blick,
besonnen und beherrscht (sonst würde die Jagd misslingen!)
suche und jage: Frieden!

Eine Losung, wie gemacht für das Neue Jahr.
Denn diese Zeiten fordern,
dass wir streben nach Frieden, Versöhnung, Verständigung und Wahrhaftigkeit!
Es tut so gut, wenn einer uns zuruft: Mach Dich auf! Jage dem nach!

Immer wieder erzählt die Bibel
von solchem Aufbruch, damit geschehen kann,
was Gott will und was dem Leben dient.

In den Weihnachtsgeschichten erreicht dieses Aufbrechen den Höhepunkt:
Eilend läuft Maria zu Elisabeth;
bald darauf mit Joseph von Nazareth nach Bethlehem;
die Hirten rufen einander zu: „Lasst uns nun gehen gen Bethlehem!“ und kommen eilend;
die Weisen aus dem Morgenland machen sich auf, dem Stern entgegen.
Die himmlischen Heerscharen erreichen den irdischen Himmel.

So viel Aufbruch und Bewegung ist in diesen Geschichten, als hieße Advent:
„Wir kommen ja! Wir beeilen uns! Wir jagen dem Ziel entgegen!“
Doch welch wundersames Ziel wartet
am Ende der Jagd,
als die Zeit erfüllt ist:
Ein Kind.
Ein Kind in der Krippe.
Dieses Kind ist Immanuel: „Gott mit uns“. Jesus: „Gott rettet“.

Was tut man an solchem Ziel?
Wer bisher suchte, lief und eilte – darf knien und sehen, was da schon längst geschehen ist.
Die Hirten breiten das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war:
Jesus sehen und das Evangelium des Himmels von ihm weitersagen, ist eins!
Die Weisen geben ihre Gaben Jesus – ER soll alles haben!

Alle Bewegung in Zeit und Raum – alles zielt auf Jesus hin!
Wo dieser Friedenskönig ist, IST Friede.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ –
Das können wir uns als ethische Anweisung geben,
als Mahnung, als Motivation, als Mission.

Doch wir können es auch hören als die, die bekennen:
Der Friede IST schon gekommen!
Uns nah gekommen in Kind und Mensch, in Bruder und Freund, in Herr und Heiland.

Und ich frage mich:
Was, wenn – weil in Christus die Zeit erfüllt ist – auch das Jagen ein Ende hat?
Das Jagen danach, dass wir meinen,
wir seien es, die die Welt zu einem besseren Ort machen?
Wenn wir am Ziel der Zeit die Wahrheit sehen:
dass das Heil nicht durch uns kommt, sondern geschenkt wird?

An Weihnachten dürfen wir im Glauben den Retter der Welt wie ein Kind in die Arme nehmen.

Ist er Gott bei uns, Gott für uns,
dann hängt das Herz an ihm,
wird ihm die Treue versprechen,
sich in den Dienst nehmen lassen,
für den Friedenskönig zum Werkzeug des Friedens werden.
Zum Werkzeug. Nicht zum Macher.

Kein Jagen mehr: Wir wurden schon beschenkt.
Keine Suche mehr: Wir haben doch sein Wort.

Jesus, Immanuel, Gott mit uns, hat seinen Weg des Friedens vollendet, an Krippe und am Kreuz,
lang schon vor uns und für uns und für alle Zeit: Damit wir Frieden hätten!
Was ist da schon unsere Aktion?

Wir suchen nicht mehr Frieden, wie die Welt sucht.
Unser Friedenshandeln ist das derer, die schon empfangen haben und Werkzeug sein dürfen.
ER ist gekommen. Ist ER uns das Licht der Welt – dann strahlen wir durch ihn.
So verkünden wir den, der uns der Friede ist!

Und wo wir gefordert sind, Frieden zu stiften,
da, wo ER uns hingestellt hat mit unserem Beruf und unseren Gaben,
dürfen wir im Gebet zurückeilen zu ihm – und uns beschenken lassen von seiner Fülle.

Text von Katharina Kemnitzer. Mit den herzlichsten Wünschen zum Neuen Jahr 2019.


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